Urtikaria

↑Video zum Thema Urtikaria / Nesselsucht / Nesselfieber

Zurück zur Liste

 


In diesem Video möchten wir erklären, was der Begriff Urtikaria, auch Nesselsucht oder Nesselfieber genannt, bedeutet.

Quaddeln

Bei einer Urtikaria kommt es zum Auftreten von sogenannten Quaddeln am Körper der Patienten. Quaddeln sind juckende Hautveränderungen, die so aussehen wie jene Veränderungen, die man nach dem Kontakt mit einer Brennnessel entwickelt. Manche Patienten mit einer Nesselsucht entwickeln nur wenige solcher Quaddeln und auch nur für kurze Zeit. Bei anderen Patienten treten sehr viele dieser Veränderungen auf, wobei das Gesamtbild des Hautausschlags über längere Zeit sehr ausgeprägt bleiben kann.

Keine Allergie

Wir haben das Thema Urtikaria hier unter der Rubrik des Allergie-Arztes einsortiert, da viele Patienten mit einer Urtikaria eine Allergie als Ursache ihrer Beschwerden vermuten. Jedoch können die meisten Patienten mit einer Urtikaria typischerweise keinen bestimmten Stoff nennen, der ihre Beschwerden regelmäßig auszulösen scheint. Vielmehr wird von den Betroffenen häufig berichtet, sie vermuteten verschiedene Nahrungsmittel als Ursache der juckenden Hautveränderung. Im ärztlichen Gespräch und im Rahmen von ärztlichen Untersuchungen lassen sich diese Annahmen dann meist nicht bestätigen.

Auslöser

Doch was löst dann eine Urtikaria aus? Nun, oft ist die Erkrankung nur ein Zeichen dafür, dass sich der Körper der Patienten gerade mit etwas auseinandersetzt. Dies können zum Beispiel ein Infekt oder auch andere Erkrankungen sein.

Infekte

Wenn eine Urtikaria innerhalb von 6 Wochen wieder verschwindet, so spricht man von einer akuten Urtikaria. Diese Form der Erkrankung tritt zum Beispiel häufig im Rahmen von kleineren Infekten mit Schnupfen, Husten, Halsschmerzen, einer Blasenentzündung oder Durchfall auf. Und wenn der Infekt überstanden ist, bildet sich in der Regel auch die Urtikaria zurück.

Spontane Heilung

Manchmal sind die auslösenden Infekte der Urtikaria auch so gering, dass die Patienten sie gar nicht bemerken. Aus diesem Grunde führen Ärzte bei Patienten mit dem Verdacht auf eine Urtikaria am Anfang oft keine weiteren Untersuchungen durch. Sie warten zunächst vielmehr ab, ob die Erkrankung nicht – wie es eben in der Mehrzahl der Fälle passiert – von allein wieder verschwindet. Das abwartende Verhalten sollte aber natürlich nicht auf die Behandlung zutreffen. Denn eine Behandlung benötigen alle Patienten mit Beschwerden.

Chronische Form

Sollte eine Nesselsucht länger als 6 Wochen bestehen. So spricht man von einer chronischen Urtikaria. Und dann müssen auch weitere Untersuchungen durchgeführt werden, um herauszufinden, was die Beschwerden auslöst. An dieser Stelle muss man jedoch zugeben, dass diese Suche nach einer Ursache für die Patienten und auch für die Ärzte meist sehr frustrierend ist, da häufig kein Auslöser der Erkrankung gefunden werden kann. Eine zumindest kleine positive Sache ist aber, dass selbst die chronische Urtikaria in der Regel im Laufe der Zeit wieder verschwindet.

Medikamente

Die Behandlung von Patienten mit einer Urtikaria erfolgt typischerweise mit bestimmten Medikamenten, den sogenannten Antihistaminika. Denn im Rahmen der Erkrankung schüttet der Körper der Patienten zu viel von dem Stoff Histamin aus, der auch an der Entstehung von Allergien beteiligt ist. Und genau die Wirkung dieses Stoffs, des Histamins, blockieren die Antihistaminika. Die meisten Patienten erhalten sie als Tabletten.

Schleimhaut-Schwellungen

Bei ausgeprägten Krankeitsfällen oder bei bestimmten Komplikationen kommen auch sogenannte Kortisonpräparate zum Einsatz. Komplikationen, bei denen man häufig Kortison gibt, sind zum Beispiel Schwellungen der Hände, der Ohren, der Augenlider, der Lippe oder der Zunge. Solche Schwellungen nennt man Angioödeme und sie treten bei einigen Patienten mit Nesselsucht immer mal wieder auf. Ganz selten kann es in diesem Zusammenhang auch zu Luftnot kommen. Dann liegt natürlich ein absoluter Notfall vor und man muss so schnell wie möglich ärztlich behandelt werden.

Spritzen unter die Haut

Für Patienten, die auf die genannten Antihistaminika nicht ansprechen und bei denen auch keine auslösende Ursache ihrer Beschwerden ermittelt werden kann, gibt es noch eine weitere Therapie. Man kann Spritzen unter die Haut im Abstand von mehreren Wochen anwenden. Diese Therapie ist dann meist sehr gut wirksam, solange sie regelmäßig angewendet wird.

Keine Selbst-Diagnose

Die Diagnose einer Urtikaria sollte ein Patient niemals allein stellen. Wenn es zu den beschriebenen Symptomen wie Quaddeln oder Schwellungen von Körperteilen kommt, muss ein Arzt aufgesucht werden. Zuständig sind hier zum Beispiel die Dermatologen, also die Hautärzte. Im Notfall kann natürlich jeder Arzt helfen, der an der Notfallversorgung teilnimmt, insbesondere natürlich auch ein Notarzt. Welche weiteren Maßnahmen dann konkret bei Patienten mit dem Verdacht auf eine Urtikaria erfolgen sollten, kann im individuellen Einzelfall natürlich nur die behandelnde Ärztin bzw. der behandelnde Arzt sagen.

Individuelle Therapie

Diese Aufgabe des behandelnden Arztes können wir in unserem Video natürlich nicht übernehmen. Wir hoffen aber, dass wir wenigstens ein bisschen zum Verständnis des Begriffs Nesselsucht beitragen können.

Abonniere unsern E-Mail-Newsletter und folge uns auf Instagram und Twitter, um immer auf dem aktuellen Stand zu bleiben!

Euer Team von deinediagnose.de

zuletzt aktualisiert