Nephrolithiasis

↑Video zum Thema Nephrolithiasis / Nierensteine

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In diesem Video möchten wir erklären, was der Begriff Nephrolithiasis bedeutet.

Nieren-Steine

Die Nephrolithiasis bezeichnet das Auftreten von Nieren-Steinen, in dessen Folge sich auch sogenannte Harnleiter-Steine bilden können. Doch wie kommt es eigentlich zu Nierensteinen? Nun, um das verstehen zu können, muss man erst einmal wissen, welche Funktion unsere beiden Nieren haben.

Funktion der Nieren

Die Nieren liegen ja bekanntermaßen rechts und links im Bereich der Flanken. Zu ihren Aufgaben gehört es unter anderem, überschüssiges Wasser aus unserem Blut abzuleiten und in Form von Urin aus dem Körper auszuscheiden. Der Urin enthält neben Wasser auch noch verschiedene andere Substanzen, die der Körper loswerden will. Dazu gehören unter anderem kleine Teilchen, die sich – wenn sie in großer Menge im Urin vorhanden sind – zu kleinen Steinen zusammenschließen können. Oft enthalten diese Teilchen zum Beispiel Kalzium.

Steine

Die gebildeten Steine werden bis zu mehrere mm groß. Je nach Größe kann es auch passieren, dass die Nierensteine mit dem Urin aus der Niere heraustransportiert werden. Normalerweise wird unser Urin über die sogenannten Harnleiter aus den Nieren in die Blase transportieren. Von dort aus erfolgt dann die Ableitung des Urins über die Harnröhre nach außen. Sehr kleine Nierensteine können nun genau diesen Weg mit zurücklegen. Mit dem Urin scheidet man sie einfach aus. Größere Nierensteine können aber nach Verlassen der Niere im Harnleiter zwischen Niere und Blase stecken bleiben.

Beschwerden und Symptome

Wenn dies geschieht, werden bei den betroffenen Patienten oft stärkste, immer wiederkommende Schmerzen im Bereich der Flanken oder des Bauchs ausgelöst. Außerdem kann es zum Auftreten von Blut im Urin kommen, was sich meist durch dunkelgelben oder braunen Urin bemerkbar macht. Weitere mögliche Symptome sind z. B. Übelkeit sowie Probleme oder Schmerzen beim Wasserlassen.

Ursachen

Die Gründe für das Auftreten von Nierensteinen sind vielfältig. So können zum Beispiel bestimmte Arten einer falschen Ernährung zu Nierensteinen beitragen. Auch Personen, die Verwandte mit Nierensteinen haben, tragen ein erhöhtes Risiko. Weiterhin können bestimmte Erkrankungen und manche Medikamente an der Entstehung von Nierensteinen beteiligt sein.

Untersuchungen und Diagnostik

Die Diagnose von Nierensteinen unterstützt man häufig durch eine Ultraschalluntersuchung oder durch eine CT Untersuchung. Bei einem CT kommt der Patient umgangssprachlich ausgedrückt in „die Röhre“. Dies bedeutet eigentlich nur, dass er sich auf eine Liege legen muss, welche dann durch ein kreisrundes Gerät fährt. Dieses Gerät macht dann ganz schnell nacheinander viele einzelne Röntgenbilder, die zu einem dreidimensionalen Bild zusammengesetzt werden. Auf einem solchen Bild kann man dann einen Nierenstein oft gut erkennen.

Behandlung und Therapie

Es gibt nun verschiedenen Therapiemöglichkeiten für Nierensteine. Häufig wird zunächst versucht, den Patienten mit Medikamenten die Schmerzen zu nehmen. Außerdem kommen in vielen Fällen Medikamente zum Einsatz, welche den Abtransport von festsitzenden Steinen mit dem Urin erleichtern.

Ausreichend Trinken

Zusätzlich wird darauf geachtet, dass die Patienten ausreichend Flüssigkeit zu sich nehmen, damit die sogenannten Harnwege, also Harnleiter und Harnröhre, immer gut „durchgespült“ werden. Bei manchen Patienten führen diese Maßnahmen allein jedoch nicht zum Erfolg. Daher ist teilweise auch eine operative Entfernung der Steine erforderlich. Eine weitere Therapiemethode besteht in der – Achtung schweres Wort – Extrakorporalen Stoßwellenlithotripsie. Hierbei werden von außerhalb des Körpers mit einem Gerät spezielle Schallwellen auf die Nierensteine der Patienten gerichtet.  So werden diese zertrümmert. Anschließend können die kleinen Trümmerteilchen dann mit dem Urin ausgeschieden werden. Das Verfahren ist für die Patienten in der Regel sehr schonend.

Vorbeugung und Prophylaxe

Nach der erfolgreichen Behandlung eines Nierensteins möchte man natürlich auch verhindern, dass erneut Nierensteine auftreten. Je nach Ursache des Nierensteins empfiehlt man dann bestimmte weitere Maßnahmen. Die Festlegung dieser Maßnahmen erfolgt zum Beispiel durch Urologen oder Nephrologen. Bei beiden Ärzten handelt es sich in gewisser Weise um Spezialisten für die Nieren. Dabei sind die Urologen jedoch eher als Operateure zuständig. Sie kümmern sich zum Beispiel auch um Erkrankungen der Harnleiter, der Blase und der Harnröhre. Die Nephrologen sind hingegen eher für die richtige Funktion der Niere zuständig. Daher behandeln sie eher mit Medikamenten. Der erste Kontakt erfolgt im Notfall bei Verdacht auf einen Nierenstein meistens mit einem Urologen.

Individuelle Therapie

Diese Aufgabe des behandelnden Arztes können wir in unserem Video nun natürlich nicht übernehmen. Wir hoffen aber, dass wir wenigstens ein bisschen zum Verständnis des Begriffs Nephrolithiasis beitragen können.

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Euer Team von deinediagnose.de

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