Medizinische Info-Texte:

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Gesundheitsinformation.de

Aktuellste Artikel:

  • Welche Studienarten gibt es?
    am 01/03/2021 um 15:58

    Wissenschaftliche Studien können zum Beispiel Experimente und vergleichende Untersuchungen sein, Beobachtungsstudien, Umfragen oder Interviews. Welche Studienart ausgewählt wird, hängt vor allem von der jeweiligen Forschungsfrage ab. Patienten und Ärzte benötigen für ihre Entscheidungen möglichst zuverlässige Antworten auf eine Reihe von Fragen. Je nach Erkrankung und persönlicher Situation sind vielleicht folgende Informationen gefragt: Was ist die Ursache der Krankheit? Wie verläuft die Krankheit, wenn ich nichts tue? Was ändert sich durch eine Behandlung? Wie viele andere Menschen haben diese Krankheit? Wie kommen andere Menschen damit zurecht? Tatsächlich gibt es für jede dieser Fragen eine Studienart, die am besten geeignet ist, sie zu beantworten. Um verlässliche Ergebnisse liefern zu können, muss eine Studie vor ihrem Beginn sorgfältig geplant werden. Dabei ist es besonders wichtig, die Studienart auszuwählen, die zur Forschungsfrage passt. Der Studienplan und der Verlauf der Studie sollten außerdem lückenlos dokumentiert werden. Nur so lassen sich ihre Ergebnisse später nachvollziehen und von anderen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern überprüfen. Die wichtigsten Studienarten sind randomisierte kontrollierte Studien („ RCT“, Abkürzung des englischen Begriffs „randomized controlled trial“), Kohortenstudien, Fall-Kontroll-Studien und qualitative Studien.

  • Was sind systematische Übersichten und Meta-Analysen?
    am 01/03/2021 um 15:58

    Häufig ist eine einzelne Studie nicht groß und aussagekräftig genug, um eine Forschungsfrage zuverlässig beantworten zu können. Oder es gibt mehrere Studien zum Nutzen einer Behandlung, die aber zu widersprüchlichen Ergebnissen kommen. Um eine verlässliche Antwort zu finden, ist es deshalb nötig, möglichst alle Studien gemeinsam zu betrachten und zu analysieren. Eine systematische Übersicht (engl. = systematic review) fasst die Ergebnisse aller Studien zu einer medizinischen Behandlung zusammen, prüft ihre Qualität und analysiert sie nach einem festgelegten, methodisch durchdachten Prozess. Sie ist sozusagen eine „Studie über Studien“. Wenn sie gut gemacht ist, kann sie einen verlässlichen Überblick über den Stand des Wissens zu einem Thema geben. Systematische Übersichten werden normalerweise von Autoren-Teams erarbeitet. Meist sind Fachleute aus der Medizin, der Epidemiologie, medizinischen Statistik und Recherche beteiligt.

  • Was sind Leitlinien?
    am 01/03/2021 um 15:58

    Leitlinien geben Empfehlungen, wie eine Erkrankung festgestellt und behandelt werden sollte. Sie richten sich vor allem an Ärztinnen und Ärzte, aber auch an Pflegekräfte und andere Fachleute im Gesundheitswesen. Leitlinien sollen dazu beitragen, dass Patientinnen und Patienten angemessen behandelt und versorgt werden. So enthält zum Beispiel die Leitlinie zum Gebärmutterhalskrebs außer Empfehlungen zu Diagnose und Therapie auch solche zu psychosozialer Unterstützung, Rehabilitation und Nachsorge. Leitlinien fassen das aktuelle medizinische Wissen zusammen, wägen Nutzen und Schaden von Untersuchungen und Behandlungen ab und geben auf dieser Basis konkrete Empfehlungen zum Vorgehen. Eine Leitlinie soll außerdem darüber informieren, wie gut eine Empfehlung wissenschaftlich belegt ist. Leitlinien müssen regelmäßig aktualisiert werden. Im Gegensatz zu Richtlinien sind Leitlinien rechtlich nicht verbindlich. Das heißt, Ärztinnen und Ärzte können von der in der Leitlinie empfohlenen Behandlung abweichen, wenn sie denken, dass sie für einen bestimmten Patienten nicht geeignet ist. Abweichungen sollten aber jeweils begründet sein. Zu manchen Erkrankungen gibt es auch allgemeinverständlich geschriebene Patienten-Leitlinien. Sie stehen kostenfrei im Internet zur Verfügung. Einen Überblick über die aktuellen Patienten-Leitlinien bietet die Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften.

  • Vorbeugen, untersuchen, behandeln: Was prüft die evidenzbasierte Medizin?
    am 01/03/2021 um 15:58

    Ärztinnen und Ärzte untersuchen und behandeln – und sie geben Empfehlungen, was dabei helfen könnte, eine Erkrankung zu vermeiden. Für Behandlungen, Untersuchungsmethoden und vorbeugende (präventive) Maßnahmen gilt: Um herauszufinden, ob sie tatsächlich einen Nutzen haben, müssen sie in geeigneten Studien geprüft werden. Was das in der Praxis bedeutet, zeigt das Beispiel eines typischen Hausarzt-Patienten: Herrn Müller, Ende 50 und leicht übergewichtig. Seine Hausärztin empfiehlt ihm schon seit Jahren, sich mehr zu bewegen und beim Essen weniger Kalorien zu sich zu nehmen. Etwas abzunehmen, soll sein Risiko für eine Zuckerkrankheit (Diabetes) senken. Nun hat die Ärztin den Verdacht, dass Herr Müller trotz aller Bemühungen um eine gesündere Lebensweise an Typ-2-Diabetes erkrankt ist, und untersucht ihn mit verschiedenen Tests. Zum Beispiel misst sie den Zuckerspiegel im Blut, um festzustellen, ob sein Blutzucker erhöht ist . Sollte er wirklich einen Diabetes haben, stellt sich die Frage, welche Behandlung für Herrn Müller geeignet ist.

  • Können Messwerte zeigen, ob eine Behandlung hilft?
    am 01/03/2021 um 15:58

    In den 1980er Jahren wurden Millionen von Menschen mit Medikamenten behandelt, die sie vor einem plötzlichen Herztod bewahren sollten. Doch wie sich später herausstellte, passierte genau das Gegenteil: Die Medikamente führten dazu, dass mehr Menschen starben. Was war schiefgelaufen und was lässt sich daraus lernen? Manche Menschen bekommen nach einem Herzinfarkt eine bestimmte Form von Herzrhythmusstörungen . Sie haben ein erhöhtes Risiko für einen plötzlichen Herztod. Um den Herzrhythmus zu normalisieren, wurden in den 1970er Jahren Medikamente entwickelt, die sogenannten Antiarrhythmika der Klasse 1 c. Klinische Studien zeigten anhand von EKG-Untersuchungen (Elektrokardiogrammen), dass diese Medikamente den Herzrhythmus tatsächlich normalisierten. Sie wurden deshalb in den 1980er Jahren massenhaft eingesetzt. Ende der 1980er Jahre untersuchte eine große Studie (CAST-Studie) nicht nur die Wirkung der Antiarrhythmika auf den Herzrhythmus. Sie prüfte auch, wie viele Menschen, die die Mittel nahmen, an einem Herztod starben. Die Studienergebnisse waren erschreckend: In der Gruppe der Teilnehmenden, die ein Antiarrhythmikum eingenommen hatten, starben doppelt so viele Menschen an einem plötzlichen Herztod wie in der Gruppe derjenigen, die ein Scheinmedikament (Placebo) erhalten hatten.